Hochzeit in Zeiten von Corona?

Heiraten in Zeiten von Corona, geht das? Ich, Jasmin Ilg, hatte das grosse Glück, im 2020 trotz Corona einige wunderschöne Hochzeiten fotografieren zu dürfen. Darum kann ich die obige Frage ganz klar mit Ja beantworten. Eine Hochzeit ist auf jeden Fall möglich und natürlich lohnen sich dann professionelle Hochzeitsfotos besonders. Je nach gerade herrschenden Vorschriften des BAG konnten meine Hochzeiten 2020 ganz unterschiedlich gefeiert werden. Ich erzähle hier ein wenig von meinen Erfahrungen und gebe Tipps. Ich hatte ganz kleine Hochzeiten mit nur 4 Personen (ich war die Nummer 5), Hochzeiten mit einer Maskenpflicht, Hochzeiten mit Personenbeschränkungen, aber auch Hochzeiten, die konnten fast ungehindert gefeiert werden. Nachfolgend zeige ich eine Hochzeitsreportage vom Herbst 2020, die im wunderschönen Greuterhof in Islikon stattfand. Es gab zu dem Zeitpunkt eine Maskenpflicht in Innenräumen (nicht beim Sitzen am Apéro oder beim Essen). Veranstaltungen bis 50 Personen waren erlaubt. Trotz der paar Einschränkungen wurde es ein wunderschönes Fest, an das ich immer wieder mit Freude zurückdenken werde. Auch schön war`s zu sehen, dass sich alle an die Vorgaben gehalten haben. Hier eine kleine Auswahl der über 2000 Fotos:

Ich habe ein Brautpaar nach der zivilen Trauung im kleinsten Kreis gefragt, ob sie es bereuen, die Hochzeit im Frühling 2020 trotzdem gemacht und nicht verschoben zu haben. Sie haben mir ganz klar gesagt, dass sie jetzt im Nachhinein sich nichts schöneres mehr vorstellen können. Nach der Trauung haben sie bei besten Wetter ein Picknick am See gemacht, zusammen mit den Trauzeugen und Eltern. Das war wunderschön, auch für mich zum fotografieren. So konnten sie ihre Trauung ohne Stress geniessen, gross gefeiert wird dann einfach später. Sie haben mir dann später auch gesagt, dass sie nicht auf meine Fotos verzichten würden, denn so können sie dieses einmalige Ereignis trotzdem mit Familie und Freunden teilen, ihnen davon erzählen und zeigen.

Ein anderes Brautpaar hat mir erzählt, dass sie die Chance haben genutzt haben, nun im kleinen Kreis heiraten zu können, ohne jemanden zu verletzen. So haben sie mit der engsten Familie diesen Tag gefeiert, zuerst die Trauung auf dem Zivilstandesamt, danach haben wir Brautpaarfotos gemacht und einige Gruppenaufnahmen, auch hier gibt es ganz tolle Möglichkeiten, wie trotzdem der Abstand eingehalten werden kann, und danach habe ich noch den Apéro, nun einmal alle sitzend, aufgenommen. Auch sie waren unheimlich froh, dass sie nicht auf mich verzichtet hatten.
 

Nun einige Tipps:

Locations: Eine grosse Location für die Trauung, den Apéro und das Fest ist natürlich von Vorteil, denn dann können sich die Gäste etwas verteilen und stehen nicht dichtgedrängt beieinander.

Kirche: Sehr gut fand ich die Idee eines Brautpaares, dass die Personen nach Gruppen geordnet mit einigen Bänken Abstand zueinander sitzen liess. Z.B. vorne die geladene Gesellschaft, zwei Bänke weiter hinten eine Gruppe mit den Arbeitskollegen, eine Reihe mit dem Turnverein etc. Manchmal durfte auch nur die geladene Gesellschaft am Gottesdienst teilnehmen. Oder die Brautpaare haben die Zeremonie unter den freien Himmel verlegt. Das Singen kann natürlich auch ein Problem sein, es gibt aber ganz solle Sängerinnen und Sänger, die sich gerade jetzt über jedes Engagement sehr freuen, zudem sind auch in der Kirche sehr wohl anderes als nur Kirchenlieder erlaubt.

Gratulationen: Viele Brautpaare haben es den Gästen überlassen, wie sie gerne gratulieren möchten, ob mit Abstand, mit Händeschütteln oder Umarmung. Viele haben dabei auch von der üblichen Gratulierschlange abgesehen und sind zu den einzelnen Gästegruppen gegangen. Das hat sehr gut geklappt und die Brautpaare konnten sich auch noch etwas ausführlicher mit den Gästen unterhalten. Eine andere Möglichkeit ist auch ein Glückwunschbuch.

Apéro: Wenn möglich würde ich darauf schauen, dass nicht zu viele Häppchen ausgebreitet werden (normalerweise ist natürlich ein reich gefüllter Apérotisch etwas ganz schönes). Doch nun habe ich gemerkt, dass es die Leute lieber hatten wenn immer wieder frischer Nachschub hingestellt wurde. Häppchen, die länger gelegen haben, sind leider sehr oft übrig geblieben.

Gruppenfotos: Natürlich sind von meiner Seite her auch Gruppenfotos möglich. Die Gäste müssen einfach selber entscheiden können, wie Nahe sie einander kommen. Denn ich kann ihnen nicht vorschreiben, wie nahe sie zum Nachbarn aufrücken. Es gibt auch ganz tolle Möglichkeiten für Gruppenfotos, mit denen trotzdem ein Abstand eingehalten werden kann.

Brautpaarfotos: Da wir hier nur wenige Personen sind, gibt es meistens keine Probleme. Falls es eine Maskenpflicht gibt (ich trage auch ohne sehr gerne eine Maske, wenn ihr möchtet, das ist überhaupt kein Problem) und drinnen fotografiert werden soll (z.B. Regenlocation) fragt kurz bei der Location nach, ob das auch ok ist. In einem Museum etc. finden wir z.B. sicher Räume, in denen sonst keine anderen Besucher sind etc.

Fest: Auch hier ist natürlich eine grosse Location sehr von Vorteil. Ich hatte es im Sommer 2020 sogar zwei Mal, dass aufgrund des traumhaft schönen Wetters auch das Fest unter freiem Himmel stattfinden konnte. Beim Hochzeitstanz würde ich jetzt Seifenblasen oder Fasnachtsschlangen nicht empfehlen. Ein Buffet hat aber immer noch funktioniert, um eine Schlange zu vermeiden, sind die Gäste einfach Tischweise aufgestanden.

Eine Hochzeit an einem Ort: Im 2020 hatte ich einige Hochzeiten, die haben am selben Ort stattgefunden. Zwischendurch wurde dann einfach umgeräumt oder man hat sich in andere Räumlichkeiten verschoben. Das ist natürlich auch eine super Idee. An folgenden Orten haben ich das im 2020 erleben dürfen: Greuterhof Islikon, Kartause Ittingen, Burg Hohenklingen, Hagnschurerscheune Hüttwilen, Gasthof zum Hirschen Stammheim
Die oben gezeigte Hochzeit hat übrigens im Greuterhof in Islikon stattgefunden. Dort hatten wir eigenen Räume für die Brautpaarfotos, die Trauung, den Apéro und das Fest. Das war natürlich super. Zudem hatten wir schönstes Herbstwetter und konnten auch einige Fotos draussen machen.

Und nun eine Frage, die sich natürlich jedes Brautpaar in Zeiten von Corona stellen muss: Wie sieht das denn bei der Hochzeitsreportage aus, wenn das Hochzeit z.B. wegen einem Lockdown nicht stattfinden darf?
Ich bin ganz klar Hochzeitsfotografin weil ich meine Arbeit über alles Liebe. Für mich gibt es nichts schöneres, wie wenn ich diesen einmaligen und einzigartigen Tag für ein Brautpaar auf Fotos festhalten darf, damit sie sich immer an diese wunderschönen Momente erinnern können. Darum wars natürlich für mich besonders hart, als ich nicht mehr Arbeiten durfte.  Ich bin kein grosser Konzern und habe natürlich versucht, eine menschliche und für alle passende Lösung zu finden. So konnten alle vom Lockdown betroffenen Hochzeitspaare ihre Hochzeit kostenlos auf ein neues Datum verschieben. Auch konnte die Länge der Reportage ganz variabel angepasst werden. Glücklicherweise haben alle Daten gefunden, wo ich noch frei war, denn das ist halt auch die andere Seite. Ich bin vollberuflich Fotografin, bezahle mit meinen Einnahmen auch Versicherungen und Miete und kann als Selbständige nicht einfach Kurzarbeit etc. anmelden. Darum bin ich natürlich immer froh, wenn wir gemeinsam eine Lösung finden, sollte es wieder vorkommen, dass Hochzeiten nicht stattfinden dürfen. Aber ich hoffe sehr, das bald wieder unbeschwerter gefeiert werden darf.

Gerne gebe ich weitere Informationen…